Poetisch verfremdete Wirklichkeiten.

Aus Alltagssituationen entstehen durch Erwartungstäuschungen und groteske Verschiebungen zweite, fantastische Wirklichkeiten, die durch nüchterne Pointen normalisiert werden. 

In grotesken Straßenbahnmärchen, lesbar in wenigen Haltestellen, werden u.a. Metro-Stationen zu Kathedralen mit Schachfeldern, Rosenblätter zu Plektren, Fahrradreifen bei Vollmond zu Uhren, Kranführer zu Dirigenten, Rennradfahrer zu geschliffenen Landschaftsfiguren, Alltage einer Hausfrau zu Dokumentarfilmen mit Audiodeskriptionen, Pollenallergiker zu impressionistischen Gemälden, die Tage des Jahres zu Gästen einer Silvesterfeier und LKW-Fahrer zu Solisten.
Im Alltag der verschiedensten Menschen und Lebenssituationen findet sich immer eine Idylle, ob traurig oder schön. 

Zeit, die Sie eigentlich haben müssten ist eine Sammlung von Kurzprosa, die gesellschaftliche Themen des 20. und 21. Jahrhunderts als eine Art Literatur für ein paar Haltestellen, die in jede Manteltasche und jede Clutch passt, behandelt.
Der Titel dieser Sammlung ist eine höfliche Aufforderung, die Idylle in den beschriebenen Alltagssituationen zu suchen und diese mit einem neu erworbenen Blick vielleicht auch in den eigenen Lebenssituationen zu entdecken.


Vergleichsliteratur:
Schneeglöckchenfeste - Bohumil Hrabal
Minutennovellen - István Örkény
Die rote Pyramide - Wladimir Sorokin